Januar 2021

Ein echter Rundgang entsteht

 

Ab 2021 werden im Kloster Rehna neue Räume zu erleben sein. Bisher führte der Weg für Besucher durch den erhaltenen Teil des Kreuzganges in die ehemalige Klosterkirche und anschließend wieder zurück. Durch den Einbau eines Glaselements mit Tür wird der letzte bisher ungenutzte Abschnitt des Kreuzganges für den Besucher zugänglich und dient zugleich als neuer Ausgang. In diesem Teil des Kreuzganges befand sich im 13. Jahrhundert der südliche Eingang in die einstige romanische Ortskirche. Das südliche Portal wurde später zugemauert, als im Zuge der Klostergründung der Kreuzgang angebaut wurde. Es war der erste Schritt vieler Veränderungen an der ersten Rehnaer Backsteinkirche, die Stück für Stück über 150 Jahre zur gotischen Klosterkirche umgestaltet wurde.

Die Baugeschichte lässt sich ebenfalls sehr eindrücklich auf dem Dachboden des Kreuzganges nachvollziehen. Hier ist der Schmuckfries der einstigen romanischen Kirche erhalten. Wiederentdeckt wurden durch das teilweise Freilegen der einstigen Fensterlaibungen mittelalterliche Darstellungen der heiligen Barbara und der heiligen Dorothea. Zu Klosterzeiten nutzen die Ordensschwestern den Dachboden als Zugang zur Nonnenempore in  der Kirche. Der heute zugemauerte Durchgang mit dem Weihebecken ist Zeugnis der alltäglichen Rituale der Rehnaer Nonnen wie sie über annähernd 300 Jahre an diesem Ort praktiziert wurden.

Während das Dach des Chorraumes der Kirche seit 2020 neu gedeckt wird, werden nun auch auf dem Dachboden des Kreuzganges Fenster eingebaut und der Fußboden saniert. Beschädigte Steine werden ausgetauscht und Höhenunterschiede ausgeglichen, so dass die Besucher zukünftig einen Teil der Baugeschichte und einen Teil der Alltagsgeschichte auf dem sogenannten Adventssaalboden erleben können. Zudem kann man von dort einen schönen Blick in den Nonnengarten genießen.

Das Projekt wird im Rahmen des Soforthilfeprogrammes für Heimatmuseen vom Deutschen Verband für Archäologie gefördert.