Filmpremiere und Buchvorstellung zum Vertriebenenlager Nesow

am 21.06.2026 um 15 Uhr

im Gerichtssaal Kloster Rehna
Eintritt frei

 

 

„Daheim ist Tschechien, hier bin ich Zuhause“ sagte Elisabeth Hille über das Vertriebenenlager Nesow. Rund ein Vierteljahrhundert lebte sie dort mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern.

 

Etwa 900.000 Menschen kamen im Ergebnis der Nachkriegs-Flüchtlingsbewegungen nach Mecklenburg und verdoppelten nahezu die Bevölkerungszahl des bis dahin dünn besiedelten Landes. Spätestens ab dem Herbst des Jahres 1944 zogen Flüchtlingskarawanen, vor allem aus den zunehmend von der Roten Armee eroberten Regionen Ostpreußen und Pommern kommend, durch das Gebiet des heutigen Landkreises Nordwestmecklenburg.

 

Im Quarantäne- und Aufnahmelager in Nesow wohnten nach dem Zweiten Weltkrieg zeitweilig bis zu 4.000 Umsiedler, zum großen Teil katholische Flüchtlinge aus Nordböhmen und Schlesien. Das Lager existierte von 1946 bis in die 1970er Jahre.

 

Am 21. Juni 2025 erinnerte eine Veranstaltung mit Gottesdienst, Vorträgen, Gesprächsrunden und Interviews an das einstige Lager. Viele Zeitzeugen und Nachfahren von Zeitzeugen kamen zu der Veranstaltung und teilten Ihre Erfahrungen und Erlebnisse. Der Historiker Christoph Wunnicke sammelte Urkunden, Fotos und andere Zeitdokumente, Zeitzeugenberichte und weitere Informationen zum Vertriebenenlager Nesow und führte viele Interviews mit Menschen, die zeitweilig oder Jahrzehnte an diesem Ort lebten. Aus diesen Ergebnissen entstand sein Buch „Das Quarantänelager Nesow“.

 

Am 21. Juni 2026 wird Christoph Wunnicke sein Buch im Kloster Rehna vorstellen.

Außerdem wird es zusätzlich auch eine Filmpremiere geben.

Schülerinnen und Schüler der 12. Klassenstufe des Gadebuscher Gymnasiums setzten sich mit dem Thema Flucht und Vertreibung und mit der Historie des Lagers Nesow auseinander. Unter der Leitung von Lehrer Marcel Lütjohann entwickelten sie einen Film über das Vertriebenenlager Nesow.

 

Im Anschluss an die Buchvorstellung und die Filmvorführung bietet der Klosterverein Kaffee und Kuchen an. Der Eintritt ist frei.