Sagen- und Märchenstrasse

 

  

Auf einer Reise entlang der Sagen- und Märchenstraße Mecklenburg- Vorpommerns gibt es Vieles zu entdecken. Lassen Sie sich vom Charme der Sagen- und Märchenfiguren verzaubern. Das Schweriner Petermännchen, ein Schlossgeist, belohnt die Guten und bestraft die Bösen. Der Räuber Vieting aus Parchim treibt sein Unwesen nicht nur auf dem Sonnenberg, Plaulina ist eine gutmütige Hexe aus Plau am See und die Dükermutter stammt von der Insel Poel. In Grevesmühlen treibt Capt'n Flint auf der Suche nach einem Schatz sein Unwesen und am Schaalsee begleiten Sie die Elfen. Neben den Sagen und Märchen gibt es Sehenswertes in den idyllischen Orten und Regionen zu erleben und die Erwachsenen sehen die Welt plötzlich wieder mit Kinderaugen. Besuchen Sie die Sagen- und Märchenstraße zu Fuß oder per Rad.

Sagenhaftes aus dem Kloster Rehna

Im Turm der Klosterkirche, weit über den Geräuschen des Alltags, werden bei Veranstaltungen regelmäßig Märchen vorgelesen. Im Deutschen Haus, einem ebenfalls sehr alten imposanten Fachwerkhaus mit großer Geschichte finden Märchenabende mit musikalischer Begleitung für Erwachsene statt. Fast monatlich treten wechselnde Puppenbühnen, meist mit Märchen für Kinder, in den historischen Räumen des Klosters auf. Rehna hat fünf artesische Brunnen, die seit ca. 100 Jahren ohne Pumphilfe ununterbrochen Wasser speien. Um diese Brunnen ranken sich Geschichten und Sagen. Man spricht dem Wasser der Brunnen magische Kräfte zu.


Im Kloster streicht auch heute noch zu manchen Zeiten eine dunkle Männergestalt ihr Unwesen. Manche sehen in dieser immer wieder gesichteten Person den Gott Radegast oder vielleicht seinen Nachfolger. Das könnte dann sogar das Petermännchen gewesen sein, der ja auch aus einem Nonnenkloster kommen soll. Die Klostergeister leben als Nachkommen der slawischen Götter heute im Dachgebälk der Klosterkirche und machen zu manchen Zeiten, so z. B. an jeden Samstag um 18.00 Uhr, ein sehr wohlklingendes aber auch lautes Spektakel.


Und nicht zuletzt die vielen Geschichten um den Mönch Ernestus, der aus Ratzeburg kam und hier in Rehna das Kloster gründete. Eine schier nicht enden wollende Möglichkeit immer neuer kleiner Geschichten, mal märchenhaft, mal frivol, manchmal auch kritisch aber immer sehr charmant. Auch Theaterstücke entstanden bereits um diese historische Figur.

 

Mönch Ernestus

Er wanderte von Ratzeburg nach Rehna, nur einen Bollerwagen hinter sich ziehend. Die Bestätigung der Gründung des Klosters Rehna durch den Landesherrn Johann von Mecklenburg erfogte in Gadebusch am 12. Mai 1236. Darin heißt es, dass ein Bruder Ernestus vor Kurzem ein neues Kloster gegründet und der Ritter Heinrich von Roxin zum Heil seiner Seele das Dorf Roxin, der Ritter Gottfried von Bülow 20 Hufen, und der Ritter von Kowal (Kogel) 10 Hufen im Dorf Lübsee zur Vollendung des Werkes geschenkt habe. Zugestimmt haben der Bremische Erzbischof Gerhard II und das ganze Ratzeburgische Kapitel. Der Klostergründer kam also aus dem Kloster Ratzeburg. Komischer Weise war jedoch nie ein Bruder Ernestus in den Registern des Klosters aufgetaucht. Da zur gleichen Zeit in den Ratzeburger Wäldern ein Räuber sein Unwesen trieb, der dann zur Gründungszeit verschwand (Volksmund), setzen wir hier den Anfang unserer Geschichte an. Ein Räuber mit vielen „bösen" Taten und „liebevollen" Erlebnissen wird von einer Gotteserscheinung zur Umkehr gebracht, geht in das Kloster Ratzeburg und wird nach einer Probezeit von einem Jahr, ohne erst in die Listen aufgenommen zu werden, mit der schweren Aufgabe einer Klostergründung in Rehna beauftragt. Wir wissen, dass der Wunsch nach einer Klostergründung schon länger bestand, sich jedoch kein Mönch in Ratzeburg bereitfand, sich in dieses wilde Slawenland zu begeben. Erst ein Rauhbein vom Schlage eines Räubers überwindet aufgrund seiner Kenntnisse die Angst und ist zum Weg nach Rehna bereit. Mönch Ernestus sitzt noch heute im Kloster Rehna und tut durch gute Werke Buße.